Abfindung steuerfrei

Für Abfindungen, die wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses geleistet werden, besteht seit 2018 die Möglichkeit, diese in die betriebliche Altersvorsorgung einzuzahlen und so Steuern zu sparen. Dies gilt jedefalls bis zum Höchstbetrag, der bei 4 % der Beitragsbemessungsgrenze für die Renteversicherung liegt und für jedes Jahr der Arbeitnehmertätigkeit multipliziert wird - maximal für 10 Jahre. Dadurch können z.B. im Jahr 2018 insgesamt € 31.200,00 steuerfrei bleiben.

Begünstigt sind Beiträge zu Direktversicherungen, Pensionsfonds und Pensionskassen. Die Renten- und Pensionszahlungen sind später aber steuerpflichtig. Weil die Einkünfte im Rentenalter regelmäßig niedriger sind als die Einkünfte in der aktive Phase, bleibt unter dem Strich immer noch eine Steuerersparnis.

Abfindungen, die nicht nach diesen Regelungen steuerfrei bleiben, werden ermäßigt besteuert, sofern sie für eine mehrjährige Tätigkeit gezahlt werden. Es greift die sogenannte Fünftelregelung. Dabei wird zunächst die Einkommensteuer ohne Abfindung errechnet. Anschließend wird ein Fünftel der Abfindung dem zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet und erneut die Steuer ermittelt. Der Unterschied zwischen den beiden Beträgen wird dann mit 5 multipliziert und bildet so die Steuerbelastung auf die Abfindung. Die Steuerersparnis ergibt sich aufgrund einer Abmilderung beim Grenzsteuersatz.

Renovierung einer Immobilie

Egal, ob Sie eine gemietete Immobilie nutzen oder ob sie in Ihrem Eigentum steht: Bei einer Wohnung bzw. einem Haus fallen regelmäßig Handwerkerrechnungen für Reparaturen, Wartungen, und Instandhaltungen an und es taucht dann die Frage auf, wie diese Kosten bei der Steuer geltend gemacht werden können.

In der eigengenutzten Wohnung können bis zu 20 % der ausgewiesenen Löhne in Handwerkerrechnungen bei der Steuerschuld abgezogen werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Rechnungen unbar bezahlt werden. Es spielt keine Rolle, ob Sie die Wohnung gemietet haben oder ob Sie Ihnen gehört. Lassen Sie sich die Löhne ggf. von Ihrem Vermieter in der Nebenkostenabrechnung bescheinigen.

Fallen die Renovierungskosten bei einer vermieteten Wohnung an, dann stellen die Aufwendungen Werbungskosten dar und können von den Mieteinnahmen abgezogen werden. Wenn sich das Gebäude im Privartvermögen befindet und zu mehr als der Hälfte Wohnzwecken dient, dann besteht die Möglichkeit, größere Erhaltungsaufwendungen auf zwei bis fünf Jahre zu verteilen und so kontinuierlich den Grenzsteuersatz senken.

Einen Sonderfall bilden Renovierungsmaßmahmen, die bei vermieteten Immobilien in den ersten drei Jahren nach der Anschaffung anfallen. Diese werden i.d.R. als anschaffungsnahe Aufwendungen den Anschaffungskosten zugerechnet und wirken sich nur über die Abschreibung aus.


Arbeitskleidung

Die Kosten für Berufskleidung stellen Werbungskosten dar, die bei der Ermittlung des Einkommens abgezogen werden dürfen. Allerdings ist nicht jedes Hemd, Hose, Jacke oder Schuh wirklich reine Berufskleidung. Wenn das Kleidungsstück auch privat genutzt werden kann, dann ist ein Steuerabzug ausgeschlossen.

Beim "Blauen Anton", Sicherheitsschuhen oder dem klassischen Arztkittel ist die Sachlage eindeutig und ein Abzug als Werbungskosten problemlos. Das Gleiche gilt für Kleidung mit Firmenemblem und dem Trikot des Berufssportlers. Das Kostüm der Sektretärin oder der Anzug des Bankangestellten sind dagegen keine berücksichtigungsfähige Arbeitskleidung. Ebensoweinig der Lodenmantel des Forstbeamten oder die weiße Bluse der Serviererin in der Gastronomie.

Unabhängig davon, ob die Anschaffungskosten der Kleidungsstücke abzugsfähig sind, sind Reinigungskosten berücksichtigungsfähig, wenn sie aus beruflichem Anlass über das normale Maß hinaus verschmutzt werden. Wenn die Arbeitskleidung in die Reinigung gebracht wird, sollte auf dem Beleg vermerkt werden, dass es sich um Berufskleidung handelt. Wer selbst wäscht, kann die Kosten abziehen, die durch die Waschmaschine, Waschmittel und Trockner entstehen. Die Erfahrungswerte der Verbraucherverbände werden hier in der Regel anerkannt. Sie sollten dann die Anzahl der Waschgänge pro Jahr nachvollziehbar darlegen.


Bonus von der Krankenkasse

Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung können unbegrenzt als Sonderausgaben von den steuerpflichtigen Einkünften abgezogen werden, soweit die Beträge für die Basisversorgung ("Basistarif") gezahlt werden. Erhaltene Beitragsrückerstattungen vermindern den Sonderausgabenabzug.

Die bei den Lohnabrechnungen abgezogenen Beiträge werden bei Arbeitnehmern über die Lohnsteuerbescheinigung elektronisch übermittelt. Beitragserstattungen und alle anderen Beiträge teilt die Krankenkasse der Finanzverwaltung direkt mit.

Die meisten Krankenkassen gewähren ihren Mitgliedern Bonuszahlungen für gesundheitsbewusstes Verhalten. Soweit die Bonuszahlungen für verauslagte Kosten erstattet werden, wie z.B. privat vorfinanzierte Gesundheitskurse, dürfen diese nicht den Sonderausgabenabzug kürzen. Solche Beträge werden daher nicht von den Krankenkassen übermittelt.

Unklar ist die Rechtslage bei Geld- und Sachprämien, die keine Kostenerstattungen sind, sondern z.B. für gesundheitsbewusstes Verhalten gewährt werden. Hier müssen die Versicherungen die Erstattungen weiterhin ümermitteln und die Finanzämter nehmen weiterhin Kürzungen bei den Sonderausgaben vor. Sofern der Einkommensteuerbescheid zu diesem Punkt keinen Vorläufigkeitsvermerk enthält, sollte gegen die Kürzung Einspruch eingelegt werden, mit dem Hinweis auf beim Bundesfinanzhof anhängige Verfahren (BFH - X R 41/1).


Arbeitszimmer

Wer an seinem Arbeitsplatz keinen Schreibtisch für die Erledigung der notwendigen Büroarbeiten zur Verfügung hat, kann u.U. sein häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen.

Es muss sich um einen Raum handeln, der abgeschlossen ist und ausschließlich für die berufliche Tätigkeit genutzt wird. Das kann sowohl das Büro des Handelsvertreters sein, als auch das Übungszimmer eines Musikers. Eine PC-Ecke im Wohnzimmer ist regelmäßig nicht ausreichend. Im Arbeitszimmer dürfen sich keine Gegenstände befinden, die für eine regelmäßige private Mitbenutzung sprechen, wie z.B. ein Gästebett oder eine Bügelmaschine. Zu den abzugsfähigen Aufwendungen gehören insbesondere die anteilige Miete bzw. Abschreibung und die Nebenkosten, gerechnet nach dem Verhältnis der Wohnflächen.

Sofern sich der qualitative Schwerpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit im Arbeitszimmer befindet, sind die Aufwendungen unbeschränkt abzugsfähig. Andernfalls beträgt der Höchstbetrag
jährlich € 1.250,00 für jede Person, die das Arbeitszimmer nutzt. Kein qualitativer Schwerpunkt wird z.B. beim Lehrer angenommen, auch wenn er mehr Arbeitszeit am Schreibtisch verbringt, als in der Schule.

 

Fehlerhaft Lohnabrechnung

Wenn in der Vergangheit Lohnabrechnungen mit Fehlern beim Lohnsteuer- und Sozialversicherungsabzug erstellt wurden, müssen Berichtigungen vorgenommen werden.

Bei zuwenig abgezogener Lohnsteuer darf nach der elektronischen Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung an das Finanzamt (nach Beendigung des Dienstverhältnisses bzw. nach Ablauf des Kalenderjahres) eine Berichtigung des Lohnsteuerabzugs nicht mehr vorgenommen werden. In diesen Fällen muss der steuerpflichtige Lohn zwar korrigiert werden, ohne aber die Lohnsteuer zu ändern. Dem Arbeitnehmer ist eine berichtigte Bescheinigung auszuhändigen und die geänderten Daten sind elektronisch zu übermitteln. Dem Finanzamt muss gesondert mitgeteilt werden werden, wieviel Lohnsteuer zuwenig einbehalten wurde. Das Finanzamt wird den Arbeitnehmer dann auffordern, die zuwenig gezahlte Steuer nachzubezahlen.

Wenn die (fehlerhafte) Lohnsteuerbescheinigung noch nicht übermittelt wurde, dann muss mit der nächsten Lohnabrechnung eine Berichtigung vorgenommen werden und die Lohnsteuer ist vom Arbeitslohn abzuziehen und an das Finanzamt abzuführen.

Bei der Sozialversicherung gilt, dass gegenüber dem Arbeitnehmer rückwirkend nur für drei Monate berichtigt werden darf. Für ältere Lohnabrechnungszeiträume muss der Arbeitgeber zusätzlich die Arbeitnehmerbeiträge übernehmen und an die Versicherung abführen.